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Fri, 18 Dec 2009

Sekem Geschäftsführer zuversichtlich über Ergebnis in Kopenhagen

Biobranche soll gemeinsam handeln

KOPENHAGEN (NNA). Trotz der anhaltenden Ungewissheit über dessen Ausgang am letzten Tag des Klimagipfels in Kopenhagen , hat sich das Mitglied der ägyptischen Delegation und Sekem-Geschäftsführer Helmy Abouleish zuversichtlich gezeigt, dass es in Kopenhagen ein Ergebnis geben wird, das auch eine gestärkte Rolle der Landwirtschaft im Rahmen eines neuen globalen Abkommens berücksichtigt.

„Ich bin mir sicher, dass ein Ergebnis in Kopenhagen erreicht wird, auch in Bezug auf die Landwirtschaft. Aufgrund der enormen internationalen Aufmerksamkeit kann sich kein Politiker ein Scheitern leisten,“ erklärte Abouleish diese Woche. „Dennoch ist Kopenhagen nur eine erste Weichenstellung in Richtung nachhaltige Umweltpolitik, der Weg muss jedoch auch von Konsumenten und Unternehmen gegangen werden,“ fügte der Sekem-Geschäftsführer hinzu.

Nach schwierigen Verhandlungen in den letzten zwei Wochen, die mehrmals zu scheitern drohten, versuchen die am letzten Tag in Kopenhagen versammelten Staats- und Regierungschefs doch noch zu einem Ergebnis zu kommen.

Verhandlungshürden sind das Ausmaß, in dem die reichen Länder ihre Treibhausgasemissionen reduzieren sollen, und ob die Entwicklungsländer ihre Ausstöße auch einschränken sollen, und die Art und Weise wie Mittel, um die Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren zur Verfügung gestellt werden sollen. Die armen Länder wollen eine direkte Finanzhilfe während die reichen Länder Methoden wie den Emissionshandel bevorzugen.

In Kopenhagen hat sich Abouleish besonders für eine gestärkte Rolle der Landwirtschaft im Rahmen eines neuen globalen Abkommens eingesetzt, welche sowohl die Emissionen als auch die negativen Risiken für den Landbau berücksichtigt. Obwohl sie bereits 1997 in Kyoto besprochen wurde, gäbe es noch immer nahezu keine Methoden, welche emissionsarme Anbauweisen finanziell belohnten. Die Vereinfachung und Erweiterung solch eines Anreizes könne hierbei zu schnellen Erfolgen, sprich Emissionseinsparungen, führen.

In welcher Form die Landwirtschaft in ein neues Protokoll integriert werde sei bisher noch offen, sagte der ägyptische Delegierte. Der Grund liege in den unterschiedlichen Standpunkten der verschiedenen Länder. Während die Länder von Südamerika sich auf die Forstwirtschaft konzentrierten, betonten andere Staaten den Boden- und Humusaufbau.

„Die Verhandlungspartner im Bereich der Land- und Forstwirtschaft müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die Abholzung muss sofort gestoppt und dies finanziell honoriert werden. Zugleich muss aber auch ein klarer Zeitplan vorliegen, bis wann die technischen Details für eine umfassendere Berücksichtigung der Böden geklärt ist,“ warnte Helmy Abouleish.

Darüber hinaus hätten alle gemeinsam sicherzustellen, dass neben den Emissionen auch weitere soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt würden, damit nicht einseitige Systeme gefördert werden, die neben Emissionseinsparungen zu anderen negativen Ergebnissen führen.

In einem Interview aus Anlass des Weltklimatages, wandte sich der Sekem CEO an alle Entscheidungsträger mit dem Aufruf, die Kohlenstoffbindung in Böden, die Forstwirtschaft und die nachhaltige Raumnutzung einen Teil des Klimaschutzabkommens zu machen.

Abouleish rief daher die Biobranche auf gemeinsam zu handeln: „Nach wie vor besteht die Gefahr, dass die konventionelle Agrarindustrie sich die aktuelle Entwicklung zu eigen macht und dies zu unerwünschten Ergebnissen wie z.B. riesigen Monokulturen führt. Die Aufgabe, dies zu verhindern durch ganzheitliche Konzepte, können Unternehmen, Verbände und Forschungseinrichtungen nur zusammen bewältigen.“ Weiter bestätigt der Geschäftsführer, „die SEKEM Gruppe wird sich auch weiterhin national und international an dieser Bewegung beteiligen.“

Wie auch immer die Ergebnisse von Kopenhagen letztlich ausfielen, aufbauend darauf müssten sich insbesondere die ergänzenden Arbeitsgruppen zu technischen Details (SBSTA) sowie zur Implementierung (SBI) mit der Umsetzung der Verhandlungsergebnisse auseinander setzen, erklärte Abouleish. „Erst während dieses Prozesses wird sich herausstellen, ob biologische Anbauweisen besonders berücksichtigt werden - ein wichtiger Punkt, für den sich der Einsatz der gesamten Bio-Branche lohnt,“ so der Ägypter.

END/nna/cva

Bericht-Nr.: 091218-01DE Datum: 18. Dezember 2009

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