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Leben ereignet sich ausschließlich in Gefahr
Auftaktveranstaltung zum 25.Todesjahr von Sinnes-Pionier Hugo Kükelhaus Von NNA-Korrespondentin Christine Maiwald-Bartels WIESBADEN (NNA). Hugo Kükelhaus (1900-1984), der Pionier der Sinneslehre, starb im Jahr 1984, also vor 25 Jahren. Eine ganze Reihe von Veranstaltungen und Aktivitäten wird sich daher 2009 mit der Person von Kükelhaus und dem Thema „menschliche Sinne“ befassen. Dies kündigte das Netzwerk der Erfahrungsfelder zur Entfaltung der Sinne auf einem Treffen in Schmalkalden an. Als Auftakt fand in Wiesbaden in Schloss Freudenberg Ende März der dritte Kükelhaus-Kongress statt. Als siebzigjähriger baute Kükelhaus sein erstes Erfahrungsfeld und beeinflusste damit die Museumslandschaft und die Museumspädagogik grundlegend. Inzwischen gibt es über 30 Erfahrungsfelder nach seinen Vorstellungen, die meisten in Mitteleuropa, aber inzwischen auch kleinere Felder, Ausstellungen und Initiativen in anderen Kontinenten (z.B. Kolumbien, Peru, USA, Philippinen, Neuseeland). Der Kongress in Wiesbaden trug den Titel „Vom Umgang mit der Gefahr?“ und wurde veranstaltet von der Freudenberg Gesellschaft Natur und Kunst e.V. Er verstand sich als eine Besinnung auf das Werk und Wirken von Hugo Kükelhaus. Seine Sinneslehre geht weit über die herkömmliche Vorstellung der Sinne hinaus, und er beschreibt bei der Ausarbeitung seines Konzeptes für sein Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne auch einen Gefahrsinn, der zweifach aufgefasst wird. Er beruht sowohl auf der Erkenntnis, dass das Leben in Gefahr ist, als auch auf der Erkenntnis, dass es sich ausschließlich in Gefahr ereignet. Der Wiesbadener Kongress „be-leuchtete, be-tonte und um-fuhr“ viele Fragen im Zusammenhang mit dem Thema Gefahr, zum Beispiel: Wie gefährlich müssen, dürfen, können Erfahrungen sein? Oder auch: Wie gefährlich ist ein Erfahrungsfeld? Und Welche Erfahrungen birgt die Gefahr? Am Anfang des Kongresses stand ein Impulsvortrag zur Gefährlichkeit des Denkens. Auch das Essen war dem Thema gewidmet („gefährlich schmecken“). Im Schlosspark wurde anlässlich des Kongresses die große Nepal-Schaukel im Schlosspark eingeweiht. Die 15 Meter langen, geschälten Stämme bilden die Stützen der Schaukel mit einer Länge von über acht Metern. Die Künstlergruppe KuKuk aus Stuttgart hatte diese ursprünglich aus Nepal stammende Schaukel entdeckt. „Bei diesem Schaukeltyp muss man schon stehen, um in Schwung zu kommen. Aber dann fliegt man eben auch neun Meter in die Höhe“, so der Experte Robin Wagner von KuKuk „Ein Leben ohne Schaukel ist ein Missverständnis und man wird verschaukelt“, betonte einer der Gründer des Wiesbadener Erfahrungsfelds, Kükelhaus-Schüler Matthias Schenk bei der Einweihung der Schaukel. Er freue sich auf diese neue Ge-Fahrungs-Station. Dann durften alle Kongressbesucher selbst die Schaukel ausprobieren - mit Betreuung und Begleitung. Es lag im Ansatz der Sache, dass sich der Kongress selbst auch in Wagnisse und Risiken begab und den Teilnehmern ein weites Feld zur aktiven Teil-nahme und Teil-habe überließ.So wurde er selbst zum Erfahrungsfeld mit Gefahren und lud ein zu neuen Sicht- und Hörweisen, zu kleineren Herausforderungen und Provokationen. Zum Beispiel bot der Balancierbalken eine weitere Möglichkeit für die Teilnehmer, ihren Umgang mit der Gefahr außutesten. Aber jeder Teilnehmer konnte immer selbst entscheiden, wie weit und bis wohin er auf diesen Wegen mitgehen wollte. Eingeladen waren Eltern, Pädagogen, Therapeuten, Architekten, Gestalter, Künstler und Handwerker, die ihren Umgang mit Gefahren und Versicherungen überprüfen wollten. Insgesamt nahmen über 60 Teilnehmer im Alter von 14 bis über 70 Jahre am Kongress teil. Auf dem Hintergrund der zunehmenden Versicherungen und Absicherungen vor Gefahren und Wagnissen drohe gerade für Kinder und Jugendliche das Leben selbst zu verschwinden. Eine umfangreiche Zitatesammlung zum Thema Gefahr begleitete die Kongressteilnehmer vom Eingangstor zum Schlosspark bis hin zu den Seminarräumen und dem Café. Überall wurde man von den Aussprüchen berühmter Persönlichkeiten zum Thema Umgang mit Gefahr, ihrer Überwindung und dem Thema Sicherheit zum Nachdenken angeregt. Die Palette der Autoren reichte dabei von Karl Valentin mit seinem Sicher ist, dass nichts sicher ist, bis zum Shakespeare-Zitat: „Dem Sterblichen, das wisst ihr lange, führt Sicherheit zum Untergang“ End/nna/cmb Bericht-Nr.: 090428-03DE Datum: 28. April 2009 © 2009 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Erde braucht einen „Neustart“: 1700 Menschen beim McPlanet Kongress
Von NNA-Korrespondent Jakob Steigerwald BERLIN (NNA). „Game over - Neustart“ war das Motto des vierten McPlanet Kongresses, zu dem Vertreter der umwelt- und globalisierungskritischen Bewegung an diesem Wochenende nach Berlin gekommen waren. Insgesamt nahmen nach Angaben der Veranstalter rund 1.700 Menschen an der Veranstaltung teil, in 120 Veranstaltungen diskutierten sie über Möglichkeiten für eine bessere Welt. Im Mittelpunkt stand die gegenwärtige Wirtschaftskrise, die Staaten in aller Welt dazu zwingt, mit astronomischen Summen das implodierende Finanzsystem im Gang zu halten. Klima,- Energie- und Hungerkrise und auch die Tatsache, dass sich die verschiedenen Krisen gegenseitig auslösen, bedingen und sogar verschärfen können, bestimmten die Diskussion, auch wenn diese Themen gegenüber der Wirtschaftskrise manchmal in den Hintergrund rückten. Gerade der Aspekt des Zusammenhangs der Krisen bestärkte die Vertreter von umwelt-, globalisierungskritischer und entwicklungspolitischer Bewegungen in dem Bestreben nach einer verstärkten Zusammenarbeit. Der McPlanet Kongress ging nach 2003 (Berlin), 2005 (Hamburg) und 2007 (Berlin) dieses Jahr in den Räumlichkeiten der TU Berlin in seine vierte Runde. Neben den Trägerorganisationen Attac, BUND, dem Evangelischen Entwicklungsdienst EED, Greenpeace und der Heinrich Böll Stiftung wird die Bewegung von zahlreichen Partnern unterstützt. Darunter auch das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH und dem Center for Metropolitan Studies der TU Berlin. Die Vielfalt des Unterstützerkreises spiegelte sich auch in dem Angebot an Workshops, Foren und Aktionen wider. Hubert Weiger, Gründungsmitglied und Vorsitzender des BUND läutete das Programm am Freitag Abend mit einer kämpferischen Rede ein. Die Grundsatzforderung sei, so Weiger, dass die Ökologiebewegung mit der Sozialbewegung zusammengeführt werden müsse, womit man ein Potential für gesellschaftliche Mehrheiten habe. Waren viele prominente ReferentInnen, wie Nicola Bullard von Focus on the Global South aus Bankok oder Sara Laraín, die 1990 für die Präsidentschaftwahl in Chile kandidierte aus Übersee angereist, so schien die Mehrheit der TeilnehmerInnen doch aus dem deutschsprachigen Raum zu kommen. Auffallend war jedoch der junge Altersdurchschnitt mit gefühlt unter 30 Jahren. Den gesamten Samstag und Sonntagmorgen wurde von „A“ wie „Atomlobby“ bis Z wie „zukunftsfähige Lebensweise“ alles diskutiert, was die derzeitige Krise betrifft. Daneben gab es Jonglierkurse, Informationsstände, Mitmachaktionen und man ließ den Abend mit dem „Ferdammt Feinen Fest“ ausklingen. Seinen Höhepunkt erreichte das Programm mit einer gemeinsamen Abschlussaktion. Vor dem Hauptgebäude der TU wurde eine überdimensionale Stellwand aufgestellt, auf der die Logos namenhafter westlicher Kreditinstitute angebracht waren. Durch diese Papierwand zogen die Teilnehmer dann eine große Erdkugel, die einen Rettungsring mit der Aufschrift trug: „Du hast nur eine Erde“. In der Abschlusserklärung wurden weitere gemeinsame Aktionen angekündigt, unter anderem am 5. September in Berlin gegen die Verlängerung von Reaktorlaufzeiten auf die Straße zu gehen. End/nna/jst Bericht-Nr.: 090428-02DE Datum: 28. April 2009 © 2009 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
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