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Mon, 15 Sep 2008

Neuer Masterstudiengang Pflegewissenschaft an der UWH

WITTEN-HERDECKE (NNA). Ein in Deutschland bisher so nicht angebotener Masterstudiengang Pflegewissenschaft startet zum Wintersemester 2008 an der Universität Witten-Herdecke (UWH). Wie die Privatuni mitteilte, wurde der Studiengang jetzt von der Agentur für Qualitätssicherung akkreditiert. Bewerbungen sind jederzeit möglich.

Hauptkennzeichen des Masterstudiengangs ist die Spezialisierung auf den Schwerpunkt Akutpflege oder Familienorientierte Pflege. Der Schwerpunkt Akutpflege leistet nach einer Mitteilung der Universität einen Beitrag zu den wissenschaftlichen Grundlagen der Pflege, wohingegen Familienorientierte Pflege danach fragt, welche Auswirkungen Krankheit und Pflegebedürftigkeit auf die Familie haben.

Der Studiengang ist als zeitflexibles Studium mit 18 Präsenzwochen konzipiert. Auf eine Präsenzwoche folgen jeweils vier bis fünf Wochen Selbstlernphase, wobei die Studenten individuell mittels E-learning unterstützt und von den Dozenten betreut werden. Die Regelstudienzeit beträgt vier Semester und schließt mit dem Titel Master of Science (M. Sc.) ab. Laut Gutachterstellungnahme bietet dieser Masterstudiengang eine breite und pflegewissenschaftlich fundierte, forschungsorientierte Ausbildung.

Die Absolventen können nach Angaben der UWH auf Basis ihrer erworbenen bzw. gestärkten Forschungskompetenz einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung bzw. Qualitätssicherung der Strukturen von Versorgungssituationen im ambulanten und stationären Kontext leisten. Insofern ist das Programm insbesondere für Arbeitgeber interessant, die den Studiengang zur Personalentwicklung und -bindung nutzen wollen, erläuterte die Leiterin des Instituts für Pflegewissenschaft, Prof. Christel Bienstein dazu. Geplant ist auch, einen Studienplan für Teilzeitstudierende zu entwickeln.

End/nna/ung

Link: Institut für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke, Stockumer Straße 12, 58453 Witten, Tel. 02302/926-381, http://www.uni-wh.de/pflege

Bericht-Nr.: 080915-02DE Datum: 15. September 2008

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Patientenbündnis: E-Card im Gesundheitswesen stoppen

Ansammlung von riesigen Datenmengen nicht vor Missbrauch zu schützen – Acht-Punkte-Forderung soll an Gesundheitspolitiker geschickt werden

MÜNCHEN/BAD LIEBENZELL (NNA). Ein Moratorium hinsichtlich der Einführung der im Gesundheitswesen in Deutschland geplanten Elektronischen Gesundheitskarte (E-Card) und eine breite öffentliche Diskussion über ihre Vor- und Nachteile hat ein Bündnis aus verschiedenen Patienten- und Selbsthilfeorganisationen gefordert. „Die Patienten sollten ausreichend Bescheid wissen und dann mitentscheiden, bevor man so eine weitreichende Veränderung einführt,“ erklärte dazu Heidrun Loewer von der Patientenvereinigung „gesundheit.aktiv“, die zum Bündnis gehört.

Die E-Card gefährde in ihrer bisher geplanten Form das Recht der Patienten auf Selbstbestimmung, da sie keinen Zugriff auf Verwaltung, Löschung und Speicherung der eigenen Daten hätten, schreibt das Bündnis in seinem Aufruf. Außerdem sei die ärztliche Schweigepflicht nicht mehr zu garantieren, wenn durch die zentrale Datenspeicherung rund zwei Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen auf die Daten Zugriff hätten. Wie die jüngsten Datenmissbrauchs-Skandale zeigten, sei ein Missbrauch kaum zu verhindern. Durch die E-Card würden riesige Datensammlungen angelegt, die einen Großteil der Bevölkerung betreffen.

Besonders problematisch seien die sog. freiwilligen Funktionen der E-Card wie z.B. die Datenspeicherung von Laborbefunden, Diagnosen und Krankheitsgeschichten. Nur wenn ein Großteil der Versicherungen sich an diesen Funktionen beteilige, werde die E-Card Einsparungen mit sich bringen. Vollkommen ungeklärt sei auch, wer für die Kosten der E-Card in Milliardenhöhe aufkomme.

Es bestehe des weiteren die Gefahr, dass Patienten durch das elektronische Rezept in Risikoklassen eingeteilt würden, die sie lebenslang begleiten und ihnen möglicherweise Nachteile bei den Versicherungen einbringen. Für ältere Menschen und Behinderte sei die E-Card in ihrer bisher geplanten komplizierten Form schwer zu handhaben.

Das Patientenbündnis hat acht Forderungen aufgestellt, die seiner Meinung nach erfüllt sein müssen, bevor die E-Card eingeführt werden kann. Dazu gehören u.a. die Freiwilligkeit der Datenspeicherung, die uneingeschränkte Einsicht der Patienten in die gespeicherten Daten und ihre Verwaltung sowie der langfristige Schutz vor der Fremdnutzung der Daten und die Sicherstellung des Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient.

Die Patienten werden aufgefordert, bei ihrer Krankenkasse nachzufragen, wenn sie ein Foto für die E-Card einreichen sollen und auf die Forderungen des Bündnisses hinzuweisen. Außerdem sollen Briefaktionen an die Abgeordneten und die Gesundheitspolitiker in Berlin in Gang gebracht werden.

Das PatientInnenbündnis besteht derzeit aus folgenden Organisationen: Bundesarbeitsgemeinschaft der Patientenstellen BAGP, Bundesverband der Frauengesundheitßentren e.V., gesundheit aktiv. anthroposophische heilkunst e.v., Gesundheitsläden in Bielefeld, Bremen, Köln und München, Selbsthilfezentrum München, Unabhängige Patientenberatung Tübingen. Die Aktion wird unterstützt von „Stoppt die e-Card“, Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V., Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland e.V., Vorstand Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V., Seko Selbsthilfekoordination Bayern, dem Verein Demokratischer Ärztinnen und Ärzte und von Einzelpersonen.

End/nna/ung

Link/Kontakt: Peter Friemelt, Gesundheitsladen München e.V., Waltherstr. 16a, 80337 München, peter.friemelt@gl-m.de, Tel. 089/ 76 75 55 22 http://www.gl-m.de. Heidrun Loewer, gesundheit aktiv. anthroposophische heilkunst e.v., J.-Kepler-Str. 56, 75378 Bad Liebenzell, loewer@gesundheitaktiv-heilkunst.de, Tel. 07052/ 93 01 0 http://www.gesundheitaktiv-heilkunst.de/

Bericht-Nr.: 080915-01DE Datum: 15. September 2008

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