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Demeter Deutschland jetzt mit neuer Organisationsstruktur
DARMSTADT (NNA). Mit einer veränderten Organisationsstruktur, die Schlagkraft und Zukunftsfähigkeit des Verbandes steigern sowie die Mitwirkungsmöglichkeiten der Mitglieder verbessern sollen, geht der Demeter-Verband ins neue Jahr. Zum ersten Mal gibt es in der Geschichte der biologisch-dynamischen Bewegung jetzt einen gemeinsamen Verband, der Demeter e.V. heißt. Er ist aus einem Zusammenschluss von Demeter-Bund und Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise entstanden, der auf den jeweiligen Mitgliederversammlungen beschlossen wurde. Das Marktforum wird entsprechend den Beschlüssen aufgelöst. Dies teilte die Pressestelle des neuen Vereins mit. Von der neuen Struktur, die am Ende eines längeren Prozesses der Organisationsentwicklung steht, erhofft sich der Verein nach den Worten von Stefan Illi, dem Geschäftsführer des Demeter-Bundes und des designierten Geschäftsführenden Vorstandes von Demeter e.V., die Bündelung von Synergien und schlanke Entscheidungsstrukturen. Die Idee der Dreigliederung, die Rudolf Steiner entwickelt habe, bleibe auch in der neuen Organisationsstruktur lebendig. Gerade durch die Stärkung des Grundlagenforums komme dem geistigen Impuls eine höhere Bedeutung zu und es könne eine bessere Integration der Ideale in die Verbandsarbeit erreicht werden, sagte Illi. Der Forschungsring überträgt die Verbandsaufgaben auf Demeter e.V., so dass nun auch die Richtlinienarbeit dort angesiedelt ist. Im Forschungsring als gemeinnützigem Verein werden in Zukunft reine Forschungsaufgaben gebündelt. Der Demeter e.V. wolle durch die neue Struktur außerdem stärker als Dienstleister für seine Mitglieder tätig sein, heißt es in der Pressemitteilung des Vereins weiter. Sie sollen mehr in Meinungsbildung und Entscheidungsprozesse einbezogen werden. In den ehrenamtlichen Aufsichtsrat von Demeter e.V. wurden gewählt: die Landwirte Christoph Simpfendörfer, Stuttgart, Thea Gabriel, Oberhessen, Franz Obermeyer, Chiemgau, Jan-Uwe Klee, Bremen, außerdem der Demeter-Züchter Dietrich Bauer, Hessen, sowie Udo Fischer (Holle Babynahrung), Jan-Peter Bauck (Bauckhof Naturkost) und Thomas Maier (Beutelsbacher Fruchtsaftkelterei). Als externer Repräsentant konnte Justus Wittich gewonnen werden, Geschäftsführer der Initiative „Der Hof“ in Frankfurt-Niederursel und Mitglied im Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft. Als Arbeitsschwerpunkt für das nächste Jahr hat sich das Gremium die intensive Betreuung von Mitgliedern und Marktpartnern vorgenommen, außerdem die Themen Qualitätsentwicklung, Ausbau des Sortiments und Sicherung der Rohstoffe. Nicht zuletzt wird es auch um die Integration der Landesarbeitsgemeinschaften in die neue Organisationsstruktur gehen. End/nna/ung Bericht-Nr.: 071229-03DE Datum: 29. Dezember 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Konzentration und Riesengewinne im Agrobusiness
BOCHUM (NNA). Auf den rasanten Konzentrationsprozess in der Pflanzenzüchtung weist der neuesten Infobrief des Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft hin. Noch vor 25 Jahren habe es weltweit mindestens 7.000 Züchtungsunternehmen gegeben, von denen keines einen Marktanteil von über einem Prozent gehabt habe, schreibt der Saatgutfonds. Heute beherrschten die zehn größten Agrokonzerne 50 Prozent des Saatgutangebotes. Mit Abstand der größte sei dabei Monsanto. Allein in den letzten acht Jahren habe das US-amerikanische Unternehmen für mehr als 13 Milliarden Dollar Saatgutfirmen aufgekauft. Erst Ende 2006 sei der elftgrößte Saatguthersteller Delta and Pine Land zum Preis von 1,5 Milliarden Dollar übernommen worden. Für den Bereich der gentechnisch veränderten Pflanzen ist Monsanto schon heute Monopolist: Über 90 Prozent aller gentechnisch veränderten Pflanzen weltweit stammen aus den Laboren von Monsanto. Der Infobrief weist außerdem auf die riesigen Gewinnsummen des Agrobusiness hin. Der Jahresgewinn 2007 des Konzerns Monsanto betrage z.B. fast eine Milliarde US Dollar. Dies entspräche einer monatlichen „Gehaltßahlung“ von einer Million über einen Zeitraum von 80 Jahren, betont Saatgut-Brief Herausgeber Oliver Willing. Während sich oft Bauern und Bäuerinnen unter schwierigen Bedingungen gerade so finanziell über Wasser hielten, verdienten andere an der Landwirtschaft ein Vermögen. Diese Absurdität zeige, dass die Saatgutfrage eng mit gesellschaftlichen Fragen zusammenhänge, schreibt Willing weiter. End/nna/ung Bericht-Nr.: 071229-04DE Datum: 29. Dezember 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Rekordbeteiligung bei Demeter-Brotprüfung
WEINHEIM (NNA). Eine Rekordbeteiligung von eingereichten 87 Broten verzeichnete die Demeter-Brotprüfung im Rahmen des traditionellen Bäckertreffens der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim. Dies teilte die Pressestelle von Demeter e.V. mit. Die meisten der eingereichten Brote errangen eine Prämierung: 21 Brote wurden von den Prüfern mit Gold, 42 mit Silber und 20 Brote mit Bronze ausgezeichnet. Dr. Uwe Geier von der Qualitätsentwicklungsstelle des Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise e.V. in Darmstadt referierte vor den Bäckern zur Frage „Wie viel Leben steckt in unseren Lebensmitteln?“ Dazu zeigte er den Anwesenden die Qualitätsunterschiede von Gemüse in Kristallisations- und Steigbildern. Backvorführungen sowie der fachliche Austausch unter den Kollegen rundeten das intensive Programm ab. Im Kollegenporträt präsentierten Thomas und Wolfgang Wehr ihre Bäckerei „Habe die Ähre“. Besonderen Wert legt der Familien-Betrieb auf das Wirtschaften im Einklang mit der Natur, auf Regionalität, ein gutes Arbeits- und Ausbildungsklima. „Beste Voraussetzungen, um zukunftsfähig zu sein“, betonten die Demeter-Bäcker. Ihr Brotsortiment besteht aus rund 19 Sorten. Seit 1999 gibt es für Allergiker auch glutenfreies Brot, das am Samstag nach der Komplettreinigung der Backstube, zubereitet wird. Da die Nachfrage nach diesem Spezialsegment stark wächst, sind weitere glutenfreie Produkte in Planung. Alle Backwaren werden mit energetisiertem Wasser hergestellt. Der ökologische Anspruch des Betriebs ist hoch: Durch Photovoltaik gewonnene Energie wird direkt ins Stromnetz der Backstube eingespeist, Solartechnik dient zur Erwärmung des Wassers und Regenwasser wird in einer Zisterne für die Toilettenspülung gesammelt. Der Betrieb vertreibt seine Backwaren nahezu komplett über Wiederverkäufer. Privatkunden können ihr Brot direkt in der Backstube kaufen oder über den eigenen Onlineshop bestellen. Jährlich verarbeitet „Habe die Ähre“ etwa 70 Tonnen Mehl und 10 Tonnen frisch vermahlenes Getreide. End/nna/ung Bericht-Nr.: 071229-02DE Datum: 29. Dezember 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Matthew Barton gewinnt BBC-Preis für Naturdichtung
LONDON (NNA). Der Schriftsteller Matthew Barton, der auch für NNA arbeitet, hat mit seinem Gedicht „Der Bussard“ den diesjährigen Preis der BBC für Naturdichtung gewonnen. In ihrer Begründung betont die Jury, sie sei berührt „von Ausführung und Zartheit des Gedichts, den subtil eingesetzten Pausen des Rhythmus, die den Leser wie Jäger und Gejagte die Luft anhalten lassen.“ Matthew Barton, ein frührer Waldorflehrer, der zur Zeit als Übersetzer, Schriftsteller und Herausgeber tätig ist, erläuterte sein Gedicht: „Der Bussard schien mir wie eine Metapher für das seltene Gefühl der perfekten inneren Ausgewogenheit und Stabilität, die gleichzeitig ein Gefühl der Verbundenheit zum Ausdruck bringen.“ Die Gedichte von Barton sind in einer Reihe von Zeitschriften und Zeitungen erschienen und ein neuer Gedichtband mit dem Titel „Vessel“ (Gefäß) wird in Kürze im Peterloo Verlag erscheinen. Ein erster Band mit dem Titel „Learning to Row“ (Rudern lernen) wurde ebenfalls von diesem Verlag veröffentlicht. „Ich freue mich, dass ich diesen Preis gewonnen habe, da ein Großteil meiner Arbeit entweder direkt oder indirekt mit der Natur befasst ist - damit, wie die natürliche Umgebung auch im Menschen lebt und wie sie uns wieder auf einer tieferen Ebene mit der Natur verbinden kann. Es gibt eine machtvolle Aufwärtsbewegung bei der Dichtung, die ihre Aufmerksamkeit auf die Ökologie richtet und ich bin glücklich, ein Teil davon zu sein,“ sagte Matthew Barton gegenüber NNA. Das ausgezeichnete Gedicht wird im BBC Hörfunk in der BBC Radio 4 Sendung „Poetry Please“ am 13.Januar gelesen. Matthew Barton Der Bussard (Übersetzung von Cornelie Unger-Leistner) Er streift eine feine Biegung entlang wie ein Töpfer, der einer Vase gerade den letzten Schliff gibt fast ohne sie zu berühren. Den Wind unter seiner Haut, birgt er den Atem der Erde in seinem Innern. Der Bussard steht vollkommen still: Es ist die Welt, die sich dreht. Hie und da kniet der Erdboden vor ihm nieder: ein Gebet voller Fleisch, das erhoben wird zur Schwerelosigkeit. Der Bussard kennt den gewaltigen Entwurf. Er hält die Zeit an, durch den leichten Schlag seines Flügels kommt ihr Herz wieder in Gang. NNA verabschiedet sich in diesem Jahr mit einer deutschen Übersetzung des preisgekrönten Gedichts und wünscht allen Lesern ein fruchtbares Neues Jahr im Sinn des „Bussards“ von Matthew Barton - ein Jahr der inneren Ausgewogenheit und Stabilität. end/nna/cva/ung Bericht-Nr.: 071229-01DE Datum: 29. Dezember 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ ![]() |