. . . Nachrichten für eine andere Welt
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Die Herrschaft über die Gegensätze erlangenMarcus Schneider vor der Anthroposophischen Gesellschaft in Essen Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz ESSEN (NNA). „Gegensätze ausleben, die Mitte finden-, der Kampf um das Gleichgewicht“, so war ein Abendvortrag überschrieben, zu dem der der Zweig Essen der anthroposophischen Gesellschaft Marcus Schneider als Referent eingeladen hatte. Marcus Schneider ist Leiter der Höheren Fachschule Anthroposophische Pädagogik in Dornach und Vorsitzender des Paracelsus-Zweiges der Anthroposophischen Gesellschaft Basel. Durch seine Kurse über Musik, Kunst, Kultur und Karma ist er einer der profiliertesten Redner der anthroposophischen Bewegung. Lebhaft und persönlich schilderte Schneider den Umstülpvorgang in der Bewusstseinsseele des Menschen. Der Mensch, er erlebe die Gegensätze im Menschlichen, selbst Einsamkeit sei zu erleben in der Gemeinschaft. Träume ergäben Vorstellungen, doch die Begriffsbilder seien in Übereinstimmung zu bringen mit der Umwelt. Gedanken würden zu sozialen Realität, jedoch sei die Kraft dafür einzubringen, sich bewusst zu machen, „ich bin sie“: meine Gedanken. Über die Dreigliederung aus dem Bereich der Menschenkunde führte er weiter zu der Konsequenz:„Solange der Mensch denkt, ist er in sich, wenn er fühlt, ist er im Umkreis und wenn er tätig ist, ist er Geist im Umfeld“. Im freien spielerischen Tun sei ein Kind, das nicht das eigene Bild einbringe, eher das „erkenntnisschöpferische Denken“ dabei tief beglückt, etwas wie ein Geschenk erlebend. Für den Erwachsenen gelte, so wie Schiller es in den „Briefen der ästhetischen Erziehung“ zum Ausdruck bringe, nur dort wirklich Mensch ist, wo er spielt, „erliegt er keinem Zwang und Zweck“. Die Frage nach dem Egoismus der Gedanken und dem Altruismus im Tätigsein versteht Schneider weniger schematisch. Nach Steiners menschenkundlichen Ausführungen komme das Baby egoistisch auf die Weilt, lerne in der Lebenßeit seine Aufgabe als Mensch, durch Erziehung und Selbsterziehung, bis er die geistige Welt wieder so liebe, dass er da wieder aufgenommen werde. Gelungen sei der Lebensweg, wenn man den Menschenkreis kennen gelernt habe, mit dem man karmisch zusammengehöre. Solche Prozesse könnten manchmal auch durch einen Schock ausgelöst werden. Weiter führte Schneider die Gedanken aus: Der Mensch auf Erden, in der Gemeinschaft, könne als Bild des Einzelnen anwesend zu sein. Komme der Mensch in die Gemeinschaft, könne man sich auch vorstellen, eine neue Farbe komme hinzu, die Gemeinschaft würde neu eingefärbt werden. Darin bestehe auch die soziale Kunst. In der Wirklichkeit herrschten Polarisierungen, die auch schwächen können. Die Mitte zwischen den Polen sei Thema in allen Bereichen. Die Form, in der der Mensch lerne, das Geistige zu erkennen, finde er in der Fähigkeit, das Seelische zum Geistigen hinzuführen. Seelische Zustände seien immer vorhanden, zitiert Schneider Rudolf Steiner: „Es zeige sich im Kopf der Mensch wach, in den Gefühlen träume er, aber nur in den Gliedmaßen schlafe er“. Sobald sich der Mensch in die Polarität gestellt habe, um die schöpferische Mitte zu finden, sei er Glied im Globalen und im Individuellen. Die Herrschaft über die Gegensätze finde sich auch geschildert als typisch hermetisches Mysterienbild im „Zauberberg“ von Thomas Mann. „Leben ist Kunst, Lebenskunst, Beziehungskunst“. Zu unterscheiden sei, „wo Atmung, wo Rhythmus einzusetzen“ ist. Der Weltgeist werde erreicht, wenn „jeder Jedem gibt, was Keiner fordern kann“. Mit solchen bedeutungsschweren Sätzen entließ Marcus Schneider seine Zuhörer auf den weiteren Lebensweg. NNA/end/wil Bericht-Nr.: 070807-05DE Datum: 7. August 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Tagung zum Grundeinkommen als „Unser Heiliger Damm“Elf Initiativen berieten in Kassel mit prominenten Referenten über Gemeinsamkeiten - Ministerpräsident Althaus (CDU): „Veränderungen müssen vom Volk ausgehen“ Eine andere Welt ist möglich – aber wie geht das? Während man sich rund um das abgeriegelte Treffen der G8-Staaten in den Medien vor allem Gedanken um Fragen der inneren Sicherheit machte, arbeiteten an vielen Orten Menschen konkret an Alternativen zur gegenwärtigen Weltwirtschaftsordnung. So in Kassel, wo sich Anfang Juni rund 350 Teilnehmer im Anthroposophischen Zentrum zu einer Tagung zum Thema „Grundeinkommen“ versammelt hatten. Insgesamt waren nach Angaben der Veranstalter elf Initiativen zum Thema vertreten. Michæl Mentzel hat die Tagung besucht. KASSEL (NNA). Von Randale hier keine Spur: in Kassel ging es um Gerechtigkeit, Menschenwürde und Freiheit. Denn diese Begriffe sind Bestandteil eines anderen Umgangs mit Arbeit und Einkommen. Und so lautete die Fragestellung und das Motto der Tagung: „Bedingungsloses Grundeinkommen - wie?“ Johannes Stüttgen als erstem Redner war es vorbehalten, einen inhaltsvollen und dennoch heiteren Einstieg in die Thematik zu schaffen, er traf damit den richtigen Ton, auch wenn der ein oder andere Zuhörer vielleicht weniger den künstlerischen Aspekt der Möglichkeiten des Grundeinkommens im Vordergrund zu sehen schien. Stüttgen machte deutlich, dass der Begriff “Soziale Plastik” im System der “vergesellschafteten” Begriffe nicht vorgesehen sei. Er sprach von einem “Begriffsmatsch” in dem es nicht möglich sei, freie Begriffe frei zu entfalten. Die Freiheit, so Stüttgen, könne und werde sich erst durch die Arbeit an der Form (der Gesellschaft) entwickeln. Der Mensch liege flach im System und müsse sich erheben. Das bedingungslose Grundeinkommen sieht er als Möglichkeit, den Impuls zu wecken: “Begriffe anders denken”. Stüttgens Vortrag war als Aufruf zu einer flexibleren und künstlerischen Beschäftigung mit dem Thema Grundeinkommen zu werten. Obwohl seine Darstellung zum Teil kabarettreife Züge aufwies, war doch zu erkennen, dass ein neu gedachter Kunstbegriff einen neuen Arbeitsbegriff begründen kann. Auch Gerald Häfner vom Verein “Mehr Demokratie e.V.” sprach in Anlehnung an Stüttgens “Begriffsmatsch” von Begriffsleichen und kehrte den Paulusspruch, “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen” um und setzte dagegen: “Wer nicht isst, kann auch nicht arbeiten”. Arbeit, so Häfner, sei auch immer Arbeit für andere. “Die Arbeit ein Akt der Brüderlichkeit.” Einige Aspekte der Dreigliederung wurden vor dem Hintergrund der Globalisierung von ihm beleuchtet. Er betonte die Notwendigkeit einer Trennung von Arbeit und Einkommen. Es sei eine Frage, wie Arbeit bewertet werden könne, wenn nicht geklärt werden kann, wer wie viel für ein Produkt gearbeitet hat. Etliche Gedankenanstöße waren in seinem Vortrag, Anregungen, sich tatsächlich einmal mit den Auswirkungen der Globalisierung zu beschäftigen. Die Frage, was wäre, wenn jeder im Saal alles außiehen würde, was nicht in Deutschland produziert sei, sorgte zwar für Heiterkeit, machte aber mehr als deutlich, was jeder mit dem Thema Globalisierung zu tun hat. Das Grundeinkommen würde die Welt, würde jeden Menschen verändern. Das Thema brennt offenbar vielen in der anthroposophischen Szene auf den Nägeln, Häfners Aufruf, die Veranstaltung in Kassel sei “unser Heiliger Damm” , wurde wohlwollend aufgenommen, wenngleich es auch hier schien, dass das Publikum eher an Fakten und konkreten Umsetzungsideen interessiert war als an Grundlagen. Götz Werner, neben Dieter Althaus sicher der prominenteste Teilnehmer der Veranstaltung, modifizierte für seinen Teil das Motto zu Beginn seines Vortrages zu: “Grundeinkommen warum?, und brachte im Verlauf seines Vortrages am Samstagmorgen einige Beispiele, um seine Ansicht genauer zu belegen. Sein Credo, es gäbe kein Recht auf Arbeit, sondern ein Recht auf Einkommen. Es komme darauf an, so Werner, einen Paradigmenwechsel herbeizuführen und er hob hervor, das es sinnvoll sei, mit den Mitgliedern der Gewerkschaften zu sprechen, statt mit den Funktionären und mit den Wählern statt mit den Politikern - also ein Aufruf zur ”Basisarbeit“. Grundeinkommen schaffe ein Volk von ”Freiberuflern“. Wie fast immer traf Werner den richtigen Ton, eine seiner Stärken liegt in der direkten Begegnung mit seinem Publikum. Sehr souverän war seine Auseinandersetzung mit den Kritikern, die gerade auch in letzter Zeit in Fernsehtalkshows ihre Einwände auf eine eher polemische und zum Teil durchaus auch verletzende Art zu Gehör gebracht hatten. Durch die Frage von Werner, nämlich ”Warum ein Grundeinkommen?“ wurde klar zum Ausdruck gebracht, dass es in dieser Frage um mehr geht als um ein Verteilungsproblem. Es geht um ein Verständnis für den Anderen, eine neue Art des Umgangs miteinander. Leider, so Werner, sei es mit den Politikern wie in einer Familie, immer wenn jemand aufgefordert würde, etwas zu tun, sei er verschwunden oder würde sich mit anderen wichtigen Aufgaben herausreden. Götz Werner, und das zieht sich wie ein roter Faden durch seine Auftritte, hofft auf die Kraft des Denkens: ”Man muss das nur denken können“. Die Podiumsgespräche dienten dem Austausch der unterschiedlichen Sichtweisen der teilnehmenden Referenten und zeigten damit auch die Grundrichtungen innerhalb der einzelnen Initiativen auf, exemplarisch vielleicht das Gespräch mit Ronald Blaschke (Netzwerk Grundeinkommen), Götz Werner, sowie dem aus Belgien kommenden Roland Duchâtelet, dem Initiator der zivilgesellschaftlichen Bewegung und Partei ”Vivant“ aus Belgien.. Roland Blaschke ist Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Katja Kipping, die sich innerhalb der Linksfraktion für das Grundeinkommen einsetzt. Er legte seinen Fokus auf die politische Sicht und während bei ihm Fragen der politischen Durchführbarkeit und die Fragen der Arbeitnehmer im Vordergrund stehen - seine ”Grundeinkommenswurzeln“ liegen in der Arbeitslosenbewegung - ist bei Götz Werner und Roland Duchâtelet der Schwerpunkt eindeutig mehr auf der Unternehmerseite und damit im Wirtschaftbereich angesiedelt. Roland Duchâtelet ist Unternehmer. Er sieht in der Einführung des Grundeinkommens eine der Lösungen der sozialen Probleme: ”Das Grundeinkommen ist ein Freiheitseinkommen“. In Belgien, so Duchâtelet, seien nur noch zehn Prozent der Arbeitskräfte in der Produktion beschäftigt, es gäbe eine Entwicklung zur 20:80 Gesellschaft, damit sei keine Verpflichtung zur Arbeit mehr begründbar. Konkret bedeutet das, dass 20 Prozent der Erwerbsfähigen ausreichten, um die Weltproduktion an Gütern und Dienstleistungen zu gewährleisten. Er plädierte für die Einführung der Konsumsteuer, die Einkommensbesteuerung mache einheimische Produkte zu teuer, zusätzlich zerstöre noch die Subventionspraxis die heimische Arbeit. Arbeit lohne sich nicht mehr, die Folge sei steigende Schwarzarbeit. Die Einführung des Grundeinkommens schaffe die Grundvoraussetzung von Wirtschaft, die Kaufkraft. Einen besonderen Aspekt hob Duchâtelet hervor: ”Das Grundeinkommen und die Umwandlung des Steuersystems wird den Menschen wieder die Möglichkeit geben, mit Spaß zu arbeiten“. Mit Birgit Zenker war die einzige Frau in einer ansonsten von Männern dominierten Referentenschar angetreten, um die Sicht der katholischen Arbeitnehmerinnen darzulegen. Ihre Ausführungen, obwohl von Sympathie für das Grundeinkommen getragen, stießen beim überwiegenden Teil des Publikums auf eher ablehnendes Interesse, einer der wenigen Kritikpunkte in der ansonsten gelungenen Veranstaltung. Die klaren Präferenzen pro Grundeinkommen zeigten sich beim Publikum übrigens überall da, wo Referenten sich nicht vom landläufigen Begriff der Arbeit lösen konnten oder wollten. Wenn es auch nicht ”stehende Ovationen“ gab, wie ein Teilnehmer es formulierte, der Auftritt von Dieter Althaus, CDU-Politiker und Ministerpräsident von Thüringen war eindeutig der Höhepunkt dieser Tagung. Am Sonntagmorgen brachte er es mit einem Zitat von Victor Hugo auf den Punkt: ”Nichts ist mächtiger, als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“. Seine Idee vom solidarischen Bürgergeld liegt damit ganz auf der Linie von Werner, was beispielsweise die Frage der Konsumsteuer angeht. Aber auch bei Althaus gab es die klare Aussage, dass eine Veränderung vom Volk ausgehen müsse, da die Volksparteien von sich aus nichts bewegen würden. Die Angst vor dem Verlust der Macht und die Hemmschwelle vor Veränderungen behinderten die notwendigen Maßnahmen. Hartz IV bedeute ein Riesenproblem, da diese Maßnahmen keine Leistungsanreize böten und mit einem Verlust von Motivation und Sinn einhergingen. Althaus verwies darauf, dass das solidarische Bürgergeld nicht im Widerspruch zur Sozialen Marktwirtschaft stehe. Es biete aber die Möglichkeit für eine Beteiligung an demokratischen Prozessen und wäre ein Schritt zu mehr Menschenwürde. Im Gespräch mit Götz Werner und Christoph Strawe vom ”Institut für Soziale Gegenwartsfragen Stuttgart“ bemühte Götz Werner noch einmal seinen Vergleich mit Galileo: Althaus sei der einzige ”aus dem Club der Mächtigen, der es wagt, durch das Fernrohr zu schauen". Unter Hinweis auf die steigende Politikverdrossenheit gab Althaus zu bedenken, dass ein Grundeinkommen auch neues Vertrauen der Bürger in die Politik schaffen könnte. Es könne wieder sichtbar werden, dass die Politik für den Bürger da sei und nicht umgekehrt. NNA/end/ung Bericht-Nr.: 070807-04DE Datum: 7. August 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Alanus-Hochschule: Lehramtsstudium „Kunst“ genehmigtErstmalig werden Lehrer für staatliche Schulen an privater Hochschule ausgebildet ALFTER (NNA). Das Wissenschaftsministeriums in Nordrhein-Wesfalen hat jetzt den neuen Lehramtsstudiengang Kunst an der Alanus Hochschule genehmigt. Damit wird es deutschlandweit zum ersten Mal möglich sein, ein Staatsexamen für das Lehramt an einer privaten Hochschule abzulegen. Der Innovationsminister des Bundeslandes, Andreas Pinkwart gratulierte der Hochschule zur Einführung des neuen Studiengangs. Die Alanus Hochschule unterstreiche damit nicht nur ihr humanistisch-anthroposophisch ausgerichtetes Profil, sie betrete auch „absolutes Neuland“ als private Kunsthochschule, die Lehrer für öffentliche Schulen ausbilde. Der Studiengang bereitet auf ein Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen vor. Gleichzeitig erwerben die Studenten eine Qualifizierung für den Unterricht an Waldorfschulen. Diese bisher einmalige Kombination ist auch im Schulministerium, das gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium für die Genehmigung zuständig war, auf große Zustimmung gestoßen. Mit dem neuartigen Studiengang möchte die Hochschule Impulse für die Weiterentwicklung der Lehrerausbildung geben. „Spätestens seit der PISA-Studie ist bekannt, dass man den pädagogischen Herausforderungen mit innovativen Konzepten begegnen muss. Wir wünschen uns, dass die öffentlichen Schulen von den Methoden der Reformpädagogik profitieren und umgekehrt“, erläuterte Marcelo da Veiga, der Rektor der Hochschule. Das Lehramtsstudium Kunst an der Alanus Hochschule dauert neun Semester und kann wahlweise mit Hauptfach Malerei oder Bildhauerei belegt werden. Die künstlerische Ausbildung im Atelier stellt den größten Studienanteil; hinzu kommen Kunstgeschichte, Philosophie, Kunstpädagogik und Erziehungswissenschaften. NNA/end/ung Link: www.alanus.edu Bericht-Nr.: 070807-03DE Datum: 7. August 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Dr. Hemmerich verlässt Centro in Lanzarote
PUERTO DEL CARMENT (NNA). Das Centro de Terapia auf Lanzarote hat einen Wechsel in der ärztlichen Leitung mitgeteilt. Der derzeitige ärztliche Leiter des beliebten Kur- und Urlaubsprojekts auf den Kanaren, Dr. F. Hemmerich, wird das Centro zum Ende Juli verlassen. Ab August wird Dr. Cornelia Kempen ihre Tätigkeit aufnehmen. In den Jahren 2000 und 2001 war sie bereits im Centro tätig. Das Therapiehaus mit all seinen Mitarbeitern und Therapeuten arbeite in gewohnter Weise weiter, heißt es in der Mitteilung. Das neue Therapie- und Kurangebot werde in Kürze auf der Website des Centro veröffentlicht. Die Verwaltung bedauert das Ausscheiden von Dr. F. Hemmerich, der auf der Nachbarinsel Teneriffa ein eigenes Zentrum für Salutogenese eröffnen wird. NNA/ung/end Bericht-Nr.: 070807-02DE Datum: [Datum] © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ „Selbst ein Kunstwerk sein“ verändert die WeltErstmals internationale Tagung in Dornach über Verwirklichung der Menschenwürde im 21.Jahrhundert – Ökonomie wieder zur Dienstleistung für andere machen DORNACH (NNA). Der Schlüssel für eine gerechtere und würdigere Welt liegt nicht in neuen Programmen und einer anderen Wirtschaftsordnung, sondern setzt eine Entwicklung des Bewusstseins von jedem einzelnen voraus. Dieses Fazit zogen die Teilnehmer der Sommertagung am Goetheanum mit dem Thema „Die Würde des Menschen“, an der im Juli rund 400 Menschen teilnahmen. Erstmals waren in großem Umfang verschiedene Initiativen und Kulturträger nach Dornach eingeladen worden, um gemeinsam der Frage nachzugehen, wie im 21.Jahrhundert die Würde des Mensche in allen Lebensgebieten verwirklicht werden kann. Fritjhof Schmidt, der stellvertretende Vorsitzende des EU-Ausschusses für Entwicklunghilfe zitierte dazu den Rockmusiker Bono, der darauf hingewiesen hatte, dass jeder Einkauf eine politische Handlung sei. „Wer einkauft, geht wählen.“ Man werde glücklich, wenn man verstehe, was man tue und wenn man tue, was man verstehe, fügte Bodo von Plato vom Goetheanum der Diskussion hinzu. „In unseren Willen sollte das Denken mehr hinein und in unser Denken der Wille“ - war eine Antwort auf die Frage, die allen Beiträgen zugrundelag, die Frage nach der Zukunftsfähigkeit jedes Menschen. Kunst wurde als Motor für neues Bewusstsein angesehen und so stand an einem Tag das Schöpferische im Mittelpunkt der Tagung. Gerald Häfner, Vorstandssprecher der Initiative „Mehr Demokratie“ wies auf Joseph Beuys und dessen Idee der sozialen Plastik hin als Triebfeder für gesellschaftliche Entwicklung. „Wir selbst müssen uns als Kunstwerk verstehen, wir selbst sind das Material, unser Denken ist das Material, aus dem ein unverwechselbares Kunstwerk entstehen kann.“ Selbst ein Kunstwerk sein bringe die Welt mehr voran als alles andere. Am zweiten Tag ging es um die menschlichen Werte in der Wirtschaft. Wie kann Ökonomie wieder das werden, was ihr eigentlicher Kern ist, nämlich für andere etwas zu leisten? Darüber diskutierten unter anderem Alnatura-Chef Götz Rehn und dm-Gründer und Geschäftsführer Götz W. Werner, deren Firmen Erfolg nicht über das Thema Profitmaximierung definieren. Maritta Koch-Weser, die viele Jahre in der Weltbank tätig war, schlug vor, statt Non-Profit-Organisationen besser von Social-Profit-Organisationen zu sprechen. Sie vertrat die These, dass der „soziale, kulturelle Mehrwert“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücke. Irina Scherbakowa, Historikerin aus Moskau, wies darauf hin, dass die Würde des Menschen Wahrheit voraussetzt. Deswegen wandte sie sich dagegen, dass der Terror der stalinistischen Zeit verdrängt wird und hat die Organisation „Memorial“ gegründet. „Es muss Licht in unsere Vergangenheit, nicht nur um der Opfer willen, sondern auch um unserer selbst.“ Menschsein heißt Erinnern, lautete der Titel ihres Vortrags. Ha Vinh Tho, Ausbildungsleiter beim Internationalen Roten Kreuz in Genf, berichtete von heilpädagogischen Heimen, die er in Vietnam gegründet hat. In der Sorge für die behinderten Kinder arbeiteten dort buddhistische Schwestern mit ihren katholischen Kolleginnen und Regierungsbeamten zusammen. So sei es den Behinderten gelungen, was zuvor unmöglich schien: Frieden und Zusammenarbeit zu stiften. Nach drei Tagen Gespräch, Diskussion und Aufführungen endete der Kongress mit einem stillen Feuerwerk. Der Aktionskünstler Peter Gschwed ließ im Dunkeln Ballons mit phosphoreßierenden Lichtern aufsteigen, die der Wind über die Köpfe der Besucher trieb. „Mit der Würde des Menschen ist es wie mit diesen Lichtern, sie ist beeindruckend, still und voller Möglichkeiten,“ meinte eine Teilnehmerin. Der internationale Kreis der Veranstalter wird sich im Herbst wieder treffen, um über eine Fortsetzung des Symposions zu beraten. NNA/end/ung Bericht-Nr.: 070807-01DE Datum: 7. August 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ ![]() |