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Genfood ein „Blindflug ohne Wiederkehr“Erstes großes Bündnis „Haushalt ohne Genfood“ im Internet – 100.000 Stimmen sollen bis zum Jahresende zusammenkommen STUTTGART (NNA). „Haushalt ohne Genfood“- Mit dieser Aktion im Internet möchten mehr als 20 Aktionspartner, darunter auch Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen sowie verschiedene Umwelt- und Verbraucherorganisationen möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, sich öffentlich zum Thema Genfood zu äußern. Aus vielen einzelnen “Neins” - als Pixel-Grafik auf der Internetseite www.mein-nein.de gestaltet – soll ein großes gesellschaftliches Bekenntnis gegen die umstrittene Gentechnologie werden. So soll ein Signal für die Ernährungsindustrie und die politisch verantwortlichen in Berlin gesetzt werden. 100.000 Nein-Stimmen will die Aktion bis zum Ende des Jahres sammeln. Auf einer Pressekonferenz in Stuttgart präsentierte sich das Bündnis der Öffentlichkeit. Ordinariatsrat Dr. Joachim Drumm von der Diözese Rottenburg-Stuttgart begründete sein Votum gegen Genfood mit den unübersehbaren Risiken der Gentechnologie. Sie gleiche einem „Blindflug ohne Rückkehrmöglichkeit.“ Die Gentechnologie stehe im Gegensatz zu vielen technologischen Neuerungen, die sich ohne unabsehbare Gefährdungen testen ließen wie etwa fehlerhafte Autos, die man zurückrufen könne oder Medikamente, die wieder vom Markt genommen werden könnten. Freigesetzte gentechnisch veränderte Pflanzen ließen sich demgegenüber von nicht veränderten Pflanzen kaum effektiv isolieren. Die sekundären und langfristigen Wirkungen genetischer Manipulationen seien sich abschätzen und unerwünschte Risiken und Effekte könne man nicht mehr zurückholen. Die erwarteten Vorteile stünden so zur Unabschätzbarkeit der Risiken in keinem ethisch verantwortbaren Verhältnis, betonte der Kirchenvertreter. Voraussetzung sei, dass die Verbraucher frei entscheiden können. Deshalb sei die Gewährleistung zu fordern, dass gentechnikfreie Landwirtschaft gentechnikfrei bleiben könne. Notwendig sei außerdem eine Kennzeichnungspflicht, die die Verbraucher in die Lage versetze, sich ohne gentechnisch veränderte Lebensmittel zu ernähren. Könne eine solche oder vergleichbare Garantien nicht gegeben werden, sei die Förderung der Gentechnik ethisch und politisch nicht zu verantworten. Neben der Internetaktion werden auch „Mein-Nein“-Aufkleber und –Postkarten verteilt, die auf die Aktion hinweisen. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, sind weitere Events und die Unterstützung verschiedener Projektpartner in Vorbereitung. Link: www.mein-nein.de END/nna/ung Bericht-Nr.: 061228-04DE Datum: 28. Dezember 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Steiner hören: Audio Download jetzt in Englisch
LONDON (NNA). Ein Vortrag von Rudolf Steiner steht jetzt zum ersten Mal in Englisch in professioneller Qualität als Audio Download zur Verfügung. Als Weiterentwicklung des Hörbuchs, das möglicherweise noch ganz neue Märkte erschließt, bietet die Rudolf Steiner Press (RSP) den ersten Vortrag der neuen Audioausgabe von „Rosenkreuzerische Weisheit“ online frei als Download an. „Wir haben den ersten Vortrag in dieser Form verfügbar gemacht, um für das Buch zu werben,“ betont Sevak Gulbekian, RSP Herausgeber und Manager gegenüber NNA. „Auf lange Sicht überlegen wir, Steiners Werke auch allgemein als Download nutzbar zu machen.“ Das heißt, künftig könnten die Werke des Begründers der Anthroposophie auch als Download verkauft werden über Online-Läden wie zum Beispiel iTunes, HMV oder Virgin. Bisher gibt es technische Gründe, warum dies nicht der Fall ist, aber Gulbekian betont, RSP arbeite daran, sie zu überwinden und plant, weitere Vorträge in dieser Form heraußugeben. Es ist nicht der erste Fall eines Audio Downloads von Steiners Werken in einer englischen Version. Die Rudolf Steiner Audio Website bietet eine ganze Reihe von Vorträgen und Büchern in dieser Form an. Es ist allerdings das erste Mal, dass eine Lesung von Steiners Werk in Englisch in einer professionellen Qualität verfügbar ist. In Deutsch werden Steiner Hörbücher schon seit fünf Jahren verkauft durch eine Kooperation von steiner-hoeren.de und dem Herausgeber seiner Werke, dem Rudolf Steiner Verlag. Zusätzlich arbeitet steiner-hoeren.de an einer online-Version der „Philosophie der Freiheit“. Bisher stehen die ersten fünf Kapitel als Download zur Verfügung. NNA/end/cva/ung Bericht-Nr.: 061228-06DE Datum: 28. Dezember 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ „Risikotechnologie mit schlimmen Folgen“Genfood bietet keine Lösung für die Erfordernisse einer gesunden und artgerechten Ernährung des Menschen – Interview mit Vertreterin des Ökologischen Ärztebunds STUTTGART (NNA). Während rund 70 Prozent der Bürger gentechnisch veränderte Lebensmittel und die Freisetzung von gentechnisch manipulierten Pflanzen ablehnen, propagiert die Industrie die Labortechnik als Lösung für fast alle Probleme im Bereich Landwirtschaft und Ernährung. Minister Seehofer hat zunächst einmal den Zeitdruck aus den Entscheidungsprozessen heraus genommen. Selbst der Bauernverband empfiehlt seinen Landwirten, zur Zeit nicht auf Agro-Gentechnik zu setzen. Renée Herrnkind befragte für as PresseForum BioBranche (PFBB) die Ärztin Angela von Beesten, Vorstandsmitglied im Ökologischen Ärztebund, zu den Risiken der Agro-Gentechnik. Herrnkind: Warum raten Sie von der Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen ab? Von Beesten: Ich lehne Agro-Gentechnik ab, weil sie überflüssig ist und bereits schlimme Folgen zeigt. Diese Risikotechnologie bietet keine Lösung für die Erfordernisse einer gesunden, artgerechten und umweltverträglichen Ernährung und Lebensmittelproduktion. Im Gegenteil führen die gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen neue, nicht einschätzbare Risiken in die Ernährung ein. Die Konzentration auf diese Technologie bindet Forschungsgelder, die dringend für Qualitätsforschung in biologischer Saatguterzeugung und Landwirtschaft sowie in Projekten zur Förderung der Ernährungs- und Esskultur gebraucht werden. Die zehnjährige Anwendungsgeschichte der Agro-Gentechnik zeigt drastisch, dass sie nicht dem Wohl des Menschen und seiner Mit-Welt dient, sondern den Interessen von wenigen Chemie- und Saatgutmultis, die den Saatgutmarkt kontrollieren wollen. Einige der bereits sichtbaren Folgen sind zum Beispiel die Zerstörung der bäuerlichen Landwirtschaft mit Massenselbstmorden von Bauern in Indien, die ihre Lizenzgebühr für das patentierte Saatgut nicht mehr bezahlen konnten; Regenwaldabholzung für den Anbau von gv-Soja in Brasilien; totale gentechnische Verunreinigung des Rapsanbaus in Kanada. Herrnkind: Die Industrie verspricht besonders gesunde Nahrungspflanzen, das müsste Sie als Ärztin doch überzeugen? Von Beesten: Die Zukunftsvisionen von gentechnisch „verbesserten“ Pflanzen mit veränderten Inhaltsstoffen zeigen nur, wie mit immer raffinierteren Methoden eine hightec-Ernährung konzipiert wird, die den Teufel mit dem Beelzebub austreiben will. Gentechnik ist keine Lösung für die Folgekrankheiten der industriellen Fehlernährung. Im Gegenteil betrachte ich sie als dramatische Zuspitzung des technischen Eingriffs an Nahrungspflanzen und landwirtschaftlichen Nutztieren. Die Ernährung des Menschen im Industriezeitalter kann auch ohne Gentechnik oftmals schon als nicht mehr artgerecht angesehen werden. Die Über- und Fehlernährung mit Industriekost und zu viel tierischem Eiweiß, Zucker und Fett bei gleichzeitigem Bewegungsmangel hat chronische Krankheiten zur Folge, die in der reichen westlichen Welt zunehmen. Besonders jüngere Menschen leiden zunehmend an Diabetes oder Fettsucht. In armen Ländern entsteht die groteske Situation, dass einerseits Menschen am Hunger erkranken und sterben und andererseits zunehmend auch an den Folgen von Fehlernährung mit Industriekost leiden. Die Bestrebungen von Industrie, Wissenschaft und staatlichen Institutionen, viel Geld in die Entwicklung von gentechnisch verfremdeten “Functional Food” zu stecken, gehen am Ziel der artgerechten menschlichen Ernährung erst recht vorbei, denn der Mensch ist evolutionär nicht darauf vorbereitet, diese Kunstprodukte zu verarbeiten. So setzt leider auch die Fördermaßnahme 'Funktionelle Ernährungsforschung' des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) auf das falsche Pferd. Hightec-Ernährung löst nicht die Ursachen von Fehlernährung, die in einem Überangebot ungesunder Produkte oder in einem Mangel an ausreichender Nahrung bestehen. Notwendig wäre es stattdessen, eine Ernährungskultur zu pflegen und wieder neu zu entwickeln, die eine möglichst Natur belassene, vitalstoffreiche Ernährung praktiziert. Herrnkind: Kennen Sie konkrete Risiken durch genveränderte Nahrung? Von Beesten: Der Verzehr von genveränderter Nahrung durch Millionen von Menschen ist ein weltweites, unkontrolliertes Experiment mit ungewissem Ausgang und ohne Nutzen für die Gesundheit. Schon der gentechnische Eingriff selbst steht im Verdacht, unvorhergesehene Ereignisse mit sich zu bringen. Der Eingriff in das Genom von Pflanzen und Tieren hat zelluläre Regulationsmechanismen zur Folge, deren Auswirkungen nicht vorhersehbar sind, da solche Gen-Konstrukte bisher in der Natur nicht vorkamen. Es könnte etwa sein, dass neue Proteine oder Toxine entstehen oder dass die gewünschte erzeugte Eigenschaft nicht stabil ist. Dieses Nicht-Wissen wird bei der Risikoabschätzung ausgeklammert. Gv-Pflanzen sind überwiegend mit Antibiotika-Resistenz-Genen ausgestattet. Die Resistenz kann auf Darmbakterien übertragen werden. Auf diese Weise werden Resistenzen gegen Antibiotika gefördert, die in der Medizin noch gebräuchlich sind - ein völlig unakzeptables Risiko. Es gibt bisher keine systematischen Untersuchungen am Menschen zu den Auswirkungen des Konsums gentechnisch veränderter Produkte und sie ließe sich aufgrund der Komplexität der Nahrungsmittel wohl auch kaum durchführen. Fütterungsstudien an Tieren liefern allerdings bereits deutliche Hinweise auf gesundheitliche Gefahren. Bereits 1997/98 wurden am Rowett Institut (RRI) in Aberdeen/Schottland von Arpad Pußtai in Fütterungsstudien an Ratten veränderte Organgewichte und Anzeichen für eine Schädigung des Immunsystems nachgewiesen. Spektakulär an diesem Versuch war, dass diese Veränderungen nur bei jenen Ratten auftraten, die mit Kartoffeln gefüttert wurden, die durch gentechnische Veränderung ein Lektin aus Schneeglöckchen enthielten. Wurde das gleiche Lektin als Futterzusatz beigemischt, zeigten die Ratten keine Veränderungen. Die Schlussfolgerung des Wissenschaftlers war, dass nicht die Wirkung des angereicherten Lektin-Gens die Ursache für die Schädigung der Ratten war, sondern andere Teile der eingeschleusten Gensequenzen, die auf noch unbekannte Weise der Kartoffel eine neue Toxizität verleihen. Ein weiteres Beispiel ist ein Versuch an Feldmäusen, der in Australien durchgeführt wurde. Die Tiere wurden mit Erbsen gefüttert, denen ein Bohnen-Gen eingepflanzt worden war. Die australische Regierung brach den Versuch im November 2005 aus Sicherheitsgründen ab, weil diese Erbsen bei den Feldmäusen Lungenentzündungen auslösten. Die Forscher standen vor der für sie vollkommen überraschenden Tatsache, dass die gleiche genetische Bauanweisung in Erbsen und Bohnen zu unterschiedlichen Produkten geführt hatte. Die gv-Pflanzen, die bisher zur Marktreife gelangt sind, gehören fast ausschließlich zu den Pflanzen der so genannten ersten Generation. Der an ihnen vollzogene gentechnische Eingriff ist verhältnismäßig einfach im Vergleich zu den für die Zukunft geplanten gv-Pflanzen, in denen Impfstoffe oder spezielle Enzyme und industriell verwertbare Rohstoffe erzeugt werden sollen. Mit dem Anbau dieser Pflanzen sind erhebliche Risiken verbunden. Durch den Konsum gentechnisch veränderter Nahrung könnten im Organismus des Konsumenten auf die Dauer unvorhersehbare, unbeabsichtigte Effekte auftreten, die sich nicht im Voraus einschätzen lassen und möglicherweise gar nicht erkannt werden können, weil der Ursache-Wirkungsmechanismus und die Wechselwirkungen unterschiedlicher gentechnischer Konstrukte nicht bekannt sind. Herrnkind: Wie beurteilen Sie die zum Teil sehr emotionale Diskussion zur Agro-Gentechnik? Von Beesten: Die Debatte um ein so existentielles Thema kann ja nicht emotionslos sein. Während die Befürworter der Gentechnik diese mit Macht auf dem Markt voranbringen wollen, lehnen ihre Gegner sie aus guten Gründen energisch ab. In Deutschland befinden wir uns derzeit in einer scheinbar unlösbaren Zwickmühlensituation, denn per Gesetz wurde vorgeschrieben, was nicht gelingen kann: gv-Pflanzen sollen mit geringen “Sicherheitsabständen” neben ihren nicht manipulierten Artgenossen wachsen. Die Interessenkonflikte liegen auf der Hand. Je mehr die Technologie mit Macht und Geld gegen den Willen der Menschen umgesetzt wird, je mehr sie die gentechnikfreie konventionelle und biologische Landwirtschaft vereinnahmt und deren Werte nicht respektiert, umso mehr wird sich Polarisierung und Machtkampf entwickeln. In dieser entscheidenden Phase der gesellschaftlichen Auseinandersetzung geht es zum einen um sachliche Aufklärung, zum anderen um das Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten zur Bewahrung der gentechnikfreien Landwirtschaft und Natur. Um uns weiter zu entwickeln müssen wir auch Gefühle wie Zorn, Angst und Ohnmacht durchleben. Sie sind manchmal notwendig, um zu Erkenntnissen und neuem Handeln zu kommen. Wenn wir nicht in ihnen verharren, haben wir es in der Hand, uns stark zu machen für eine Umwelt fördernde Landwirtschaft, eine vielfältige Ernährung und eine am Wohl von Menschen und Natur orientierte Wissenschaft und Wirtschaft. NNA/end/ung Bericht-Nr.: 061228-05DE Datum: 28. Dezember 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Der Ursprung des Tanzes ist die Hinwendung zu GottTempeltanz als Thema des vierten Bewegungsymposions an der Alanus-Hochschule Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz ALFTER (NNA). Was macht eine Bewegung zu einer rituellen Erfahrung? „Tempeltanz“ war im November Thema des vierten Bewegungssymposions an der Alanus Hochschule, an dem rund 200 Besucher und Studenten teilnahmen. Drei „Künstler“ präsentierten drei unterschiedliche Formen: Dimitris Barbaroussis den griechischen Volkstanz. Er wuchs in Naoussa in Makedonien auf, lernte von den traditionellen Tänzen die darin steckende Lebensenergie kennen und leitet heute das Griechische Zentrum für Tanz in Hamburg. Den indischen Tanz zeigte Rebecca Gormezano. Sie studierte ihn in Meisterklassen Indiens (bei K. Geethanandan, Malvika, Malamandalam Leelama und Saroja Vaidyanatam) und tanzt als freischaffende Künstlerin auf Bühnen verschiedener Länder ihre Huldigung an Gott oder die „Götterwelt“. Die Eurythmie war vertreten durch Carina Schmid, sie leitete von 1977 an 22 Jahre die Hamburger Eurythmieschule. Ab 1984 führte sie mit dem Ensemble der von ihr gegründeten Hamburger Eurythmiebühne zahlreiche Aufführungen im In- und Ausland auf. Seit 1999 ist Carina Schmid die Künstlerische Leiterin des Eurythmieensembles der Goetheanum-Bühne. Jedes Ritual wird durch Bewegungsabläufe bestimmt. In Workshops wurde dazu vieles anschaulich erklärt und eingeübt bis hin zum eigenen Eindruck und Ausdruck. In mehreren Kreisreihen zeigte Rebecca Gormenzano Arm-, Hand- und besonders Fingerstellungen. Fersen stampften kultiviert am Boden im herausfordernden Rhythmus bei „Yum dat da“, Kopf links oben, rechts nach unten dann zum Zentrum. Das Zentrum ist bei gleichzeitig derart vielfältigen Bewegungsabläufen wichtig, erfuhr man. „Wenn man tanzt, muss man „Bawa“, sein Inneres nach Außen kehren, beschrieb sie und ließ auch die Augen mittanzen, um die Gefühle für das Publikum zum Ausdruck zu bringen. „Die Energie in diesem Tanz kommt von Gott, oder dem Universum“, jeder wie er es sieht, gab sie zu verstehen, der traditionelle indische Tempeltanz werde für Gott Shiva getanzt. Freier bleibe der Tänzer im griechischen Volkstanz, betonte immer wieder Dimitris. Jeder soll die Seele herauskehren. Es gebe dabei nicht um gut oder schlecht. Im griechischen Tanz unterscheidet man sich: jeder wolle anders „bei sich bleiben“, dafür gebe es hohe Anerkennung. Der Schrittcharakter ist drei Schritte - begonnen mit dem rechten Fuß - oder eine Vielzahl von drei. Es sei auch darauf zu achten dass alle mitmachen könnten. Dennoch gebe es Tänze nur für Männer, für Frauen und für Jugendliche. Er erzählte, dass man die Tänze von Inseln, vom Land und aus der Stadt auseinanderhalten könne: bei ersteren hielten die Tänzer mehr Balance. In der Stadt werde mit mehr Abstand und an der Schulter gegriffen getanzt. So zeige sich an der Haltung, wie man zu dem anderen steht. Auch tanze man nicht auf dem Boden, sondern mit dem Boden. Auffallend war bei den ruhigen oder schnellen Rhythmen, wie Dimitris leicht und sich mehr nach oben bewegend tanzte, ohne deshalb zu hüpfen wie die meisten Lernenden im Kreis um ihn. Freude ließ langsam auch leichtere, aus der eigenen Mitte getragene Bewegungen entstehen. Es war voll in dem Raum, die Luft wie im Tanzschuppen, die griechischen Volkstänze mit dem Griff gekreuzt zum übernächsten brachten Kontakt zu vier Tänzern, alle klatschten lachend und vergnügt nach jeder neu getanzten Schrittfolge. Carina Schmid verdeutlichte den Ausdruck der Eurythmie, den man mit “etwas in die Welt sprechen“ beschreiben könne verbunden mit einer inneren Haltung, wie sie Novalis beschrieb: „Es gibt nur einen Tempel der Welt und das ist der menschliche Körper.“ Schmid erweiterte: „Die alte Tempelkunst ist in die Welt getanzt, heute kommt sie auch in die Pädagogik.“ In Gemeinschaftsübung erlebten alle beim Begrüßungs-Handgeben bewusst gemachte Formen E und U, zwischen den Handteller den Hohlraum O. Das sei übrig geblieben von der früheren Tempelgebärde: dem E über dem Kopf als Erfurcht vor dem Höheren. Dann von dem Legen der Hände im U auf die Schulter des Gegenübers - als Begrüßung im Erlebnis des Aufnehmens im O im Verinnerlichen, im E schließlich komme man wieder zu sich, nachdem der Andere entlassen worden sei. Nach der Begegnung erlebe sich jeder als ein Veränderter. Eine andere Übung ließ Schwere und Leicht erspüren. Jeder versuchte das Gleichmass zu finden. Die Schwere als Qualität, als Kraft; die Leichte, zur Lichteskraft aufrichtend. Als solch eine „Säule“ wird dann der Teilnehmer mit dem Laut A nach hinten geneigt - empfangend, nach vorne im O - ausdrückend: die Welt erlebt etwas durch mich. Dabei ist auch wieder die Verbindung mit dem Boden gefragt, der Kopf in der Sternenwelt. Die Gebärden lassen tatkräftig, selbsttüchtig werden, Macht erleben, denn: „Die Welt braucht uns“ - das drückt Carina Schmid so vermittelnd aus. In der Abendaufführung wurde die Kunst des Tempeltanzes Bharata-Natyam – vorgeführt von Rebecca - gesteigert vom eigenen anfänglichen Kennenlernen zum Bewundern. Sie tanzte im festlichen, schmuckhaften Gewand mit roten Fingerkuppen und roten Fußsohlen und Schellen um die Fußgelenke, gestisch Geschichten erzählend als Huldigung mit Blumengaben an Gott Gasheba, als „Apparipu“ - als reiner Tanz der Weihe, Meera Bhajan oder als Ode an Krishna. In der Eurhythmieabendaufführung erlebten die Teilnehmer einfühlsam die Darbietungen zu Musik von Chopin und Schostakovitsch, sowie Gedichten von Celan: „Schlaf und Speise“ oder „Ein Lied in der Wüste“. Dargeboten wurde auch ein Text aus dem Tagebuch von Dag Hammerskjöld: Berufen, ihn zu tragen….“ aus dem Jahr 1961. In der abschließenden Diskussion, moderiert von Stefan Hasler, Professor für Eurythmie an der Alanus Hochschule, beschrieben die drei Künstler die erlebte Stimmung von Tempeltanz in den anderen Darbietungen. Dimitris unterschied seine Sicht nochmals: der religiöse Tanz sei für Gott in Ehrlichkeit getanzt, intuitiv, aus dem Gefühl; der Kunsttanz dagegen einstudiert und wiederholt. Carina Schmid verstand eindeutig jede Geste im Tempeltanz als religiösen Moment. Einig waren sich alle: Der Ursprung des Tanzes ist die Hinwendung zu Gott. So stand für manchen Besucher am Schluss als Gegenbild zum christlichen „armen Sünder“, der sich in Reue mit dem Göttlichen verbindet die Hinwendung zum Göttlichen im Tanz – als Lebensenergie, die in Alfter erlebt werden konnte. NNA /end/wil Link:www.alanus.edu Bericht-Nr.: 061228-02DE Datum: 28. Dezember 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Piluweri erneut Preisträger für vorbildliches WirtschaftenDemeter-Gärtner aus dem Oberreingraben von der Ethikbank ausgezeichnet – Bedeutung des Kampfes gegen die Gentechnologie unterstrichen ERFURT (NNA). Die Demeter-Gärtnerei Piluweri aus Müllheim-Hügelheim ist von der Ethikbank in Erfurt jetzt zum Sieger im Wettbewerb „Nachhaltiger Mittelstand 2006“ erklärt worden. Damit erhalten die Gärtner aus dem Oberrheingraben zwischen Freiburg und Basel zum zweiten Mal einen großen Ökopreis, nachdem sie im vergangenen Jahr bereits mit dem Förderpreis Ökolandbau ausgezeichnet worden waren. Dies teilte der Demeter-Bund in Baden-Württemberg mit. Die Ethikbank aus Eisenberg/Thüringen würdigt mit dem mit 5000 Euro dotierten Preis zum zweiten Mal Unternehmen, die sich in besonderer Weise um eine nachhaltige Wirtschaftsweise bemühen. Dazu gehört eine ökologisch tragfähige, sozial gerechte und wirtschaftlich effiziente Arbeitsweise. Die Betriebsleiter der Gärtnerei, Michæl Pickel, Matthias Ludwig, Richard Specht und Horst Ritter bewirtschaften mit ihrem Mitarbeiterteam 21 Hektar biologisch-dynamisch ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Anlässlich der Preisverleihung betonten die Piluweri-Gärtner auch die Bedeutung des Kampfes gegen die Gentechnologie. „Wegen der zunehmenden Bedrohung durch die Agro-Gentechnik für unseren Betrieb und den Ökolandbau, haben wir das Aktionsbündnis Gentechnikfreie Region Oberrhein mit gegründet“, erklärte Horst Ritter, einer der vier Betriebsleiter. Bei Piluweri wird durch die Verwendung selbst hergestellter Präparate die Vitalität der Böden und Pflanzen gestärkt und eine besondere Nahrungsqualität erzeugt. Beim Anbau in den Gewächshäusern wurde mit Doppelglaswänden, Energieschirmen und einer ausgefeilten Anbauplanung der Energieverbrauch erheblich reduziert. Auf dem Wirtschaftsgebäude befindet sich eine Fotovoltaikanlage, die unter Bürgerbeteiligung im Rahmen des Solarstromparks Oberrhein errichtet wurde „Zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen gehört für uns auch der schonende Umgang mit unserem wertvollen Trinkwasser“, betonte Richard Specht anlässlich der Preisverleihung. Sämtliche Dachflächen der Gewächshäuser und Wirtschaftsgebäude bei Piluweri wurden deshalb an eine Regenwasser-Sammelanlage angeschlossen. Ein 500 Kubikmeter großes Vorratsbecken kann so den Jahreswasserverbrauch aller Gewächshauskulturen abdecken. „Außerdem vermehren wir eigenes Saatgut und züchten neue samenfeste bio-dynamische Gemüsesorten.“ Drei davon sind beim Bundessortenamt eingetragen. Diese Züchtungsarbeit wird seit Jahren über den Verein Kultursaat e.V., den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und weitere Spender finanziell unterstützt. Neben den ökologischen Maßnahmen spielten bei der Preisvergabe soziale und wirtschaftliche Aspekte der Bewerber eine große Rolle. Vorbildliches leistet Piluweri seit Jahren bei der Ausbildung von Lehrlingen und Praktikanten. „Unsere Außubildenden gehören regelmäßig zu den Landesbesten der Gärtnergesellen“, informierte Matthias Ludwig dazu. So erhalten jeweils drei Außubildende drei Jahre lang eine intensive Ausbildung im bio-dynamischen Gärtnern. Insgesamt arbeiten 20 Mitarbeiter bei Piluweri, eine Belegschaft, auf die die Leitung der Gärtnerei stolz ist: „Es ist ein motiviertes Team, das mit großem Engagement verantwortungsbewusst arbeitet.“ Die Entwicklung des Betriebes habe in den vergangenen zehn Jahren außerdem bewiesen, dass ökologisch sinnvolle Ideen ein wirtschaftlich gesundes Fundament liefern können. „Wir werden durch eine wachsende Zahl von treuen Kunden belohnt. Dazu gehören Naturkosthändler und Großküchen genauso wie Abokisten-Kunden oder Wochenmarktbesucher,“ betonte Michæl Pickel. Die Piluweri-Gärtner verstehen unter Nachhaltigkeit ein langfristig orientiertes Prozessgeschehen. Deshalb sehen sie die Außeichnung auch als Auftrag, ihre Arbeit in diesem Sinne in Zukunft weiterzuführen. Links: www.piluweri.de, www.ethikbank.de END/nna/ung Bericht-Nr.: 061228-03DE Datum: 28. Dezember 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Solidarische Ökonomie soll bekannter werdenKongress in Berlin übertraf alle Erwartungen der Veranstalter – Basis der Unterstützer reichte von DGB über Attac bis GLS Gemeinschaftsbank Von NNA-Korrespondent Jakob Steigerwald BERLIN (NNA). „Wie Wollen Wir Wirtschaften?“ Unter diesem Motto stand der diesjährige Kongress zur Solidarischen Ökonomie Ende November in Berlin. Ziel des Kongresses war es unter anderem, den Begriff „Solidarische Ökonomie“ in Deutschland bekannter zu machen. Aber auch solidarische Projekte sollten sichtbar werden und Menschen motivieren, selbst in diesem Sinn zu handeln. Über 100 Foren, Workshops und Podiumsveranstaltungen fanden in den Räumen der Technischen Universität statt. Die Veranstalter Bewegungsakademie e. V. und die TU Berlin wurden hierbei von zahlreichen Mitträgern wie Attac und dem DGB Berlin Brandenburg unterstützt sowie von Sponsoren wie der GLS Gemeinschaftsbank. Dagmar Embshoff von der Bewegungsakademie eröffnete den Kongress mit einer erfreulichen Botschaft: Mit über 800 Anmeldungen überstieg der Kongress bereits bei weitem die ursprünglichen Erwartungen von 500 Teilnehmern. In der Begrüßungsrede ging sie unter anderem auf die Wurzeln und Ziele der Solidarischen Ökonomie ein. Gleichzeitig wurden ihre Botschaften simultan in bis zu drei Sprachen übersetzt - ein deutliches Zeichen: Dieser Kongress verstand sich nicht eingegrenzt auf den deutschen Sprachraum, sondern wollte eine grenzüberschreitende Veranstaltung sein. Auch Sven Giegold von Attac Deutschland begann seine Rede mit einer erfreulichen Statistik über den Zuwachs des Suchbegriffs „Solidarische Ökonomie“ bei Google, mahnte jedoch auch zu kritischem Denken. Er stellte die Frage in den Raum, warum noch nicht mehr solidarisch gewirtschaftet würde, obwohl die Bewegung nunmehr seit etwa 200 Jahren existiere. Nachdem der Gastgeber TU Berlin durch Hanns-Fred Rathenow vom Institut für Gesellschaftswissenschaften und historisch-politische Bildung die Gäste willkommen geheißen hatte, stellte sich eine Reihe internationaler solidarischer Projekte vor, darunter Georg Rath von der Kooperative Cecosesola in Venezuela, Jutta Sundermann vom Netzwerk freies Wissen und der in Schottland lebende und aus Sambia stammende Norman Chipakupaku von Trade Africa 2000. Es folgte eine bunte Mischung weiterer Projekte aus verschiedenen Teilen der Erde. Den krönenden Abschluss bildete die Rede Paul Singers, des Staatssekretärs für solidarische Ökonomie in Brasilien. Vor den Türen des Veranstaltungssaals setzte sich die belebte und bunte Atmosphäre fort: Auf der Projektemesse hatte zahlreiche Betriebe und Initiativen einen kleinen Informationsstand, für das leibliche Wohl sorgten drei selbstorganisierte Cafés und das „Mampfmobil“. Das mobile Kochkollektiv versorgte die Kongressteilnehmer das ganze Wochenende über mit ökologisch-vollwertigem Essen. Das Projekt wird durch ehrenamtliche Arbeit getragen. So wurden auch bei diesem Einsatz die Kongressteilnehmer zum Schnippeln von Gemüse und zum Abwaschen aufgerufen. Das aus Foren, Podien und Workshops zusammengesetzte Programm wurde von neun zentralen Themensträngen durchzogen, dabei unter anderem Praxis und Projekte Solidarischer Ökonomie weltweit, der neoliberale Umbau und politische Rahmenbedingungen für Solidarische Ökonomie. So wurde den gesamten Samstag sowie den halben Sonntag emsig diskutiert, verhandelt und präsentiert. Das Ergebnis war sicher kein Pauschalrezept für eine bessere Welt, darum ging es aber auch nie. Ziel war es neben der Öffentlichkeitsarbeit für die Solidarische Ökonomie, Informationen und Ideen außutauschen und die verschiedenen Projekte und Initiativen miteinander zu vernetzen. Auf der Abschlussveranstaltung wurde dies insgesamt positiv bewertet und der Wunsch nach weiteren Veranstaltungen dieser Art geäußert. Die Ergebnisse des Kongresses sollen in Kürze in Form eines Buches veröffentlicht werden. Die Veranstalter haben außerdem angekündigt, dass die Reden und Materialien des Kongresses in Kürze ins Internet gestellt werden sollen. Link: www.solidarische-oekonomie.de Bericht-Nr.: 061228-01DE Datum: 28. Dezember © 2006 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ ![]() |